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Als '''Empfängnisverhütung''', '''Kontrazeption,''' '''Antikonzeption''' oder '''Konzeptionsschutz''' werden Methoden bezeichnet, die die Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis und Schwangerschaft trotz eines vollzogenen Geschlechtsverkehrs verringern. Besonders verbreitet sind heute die Antibabypille und das Kondom.

Schon im Altertum wurde von Geschlechtspartnern ohne Kinderwunsch auf vielfältige Weise versucht, die Chance einer Empfängnis zu mindern, aber erst seit dem 20. Jahrhundert stehen sicherere und verlässlichere Methoden zur Verfügung.

Methoden

Empfängnisverhütung beruht auf einer der folgenden Methoden oder einer Kombination hieraus:
  • Verhinderung des Eisprungs, also der Entstehung einer befruchtungsfähigen Eizelle (Ovulationshemmung)
  • Verhinderung des Zusammentreffens der weiblichen Eizelle mit fruchtbaren Spermien
  • Verhinderung der Einnistung einer befruchteten Eizelle (Blastozyste) in die Gebärmutterschleimhaut (Nidationshemmung)

Der Eisprung kann derzeit nur durch hormonelle Methoden verhindert werden, die Nidation durch Intrauterinpessare (Spirale, Gynefix). Die meisten Methoden verhindern das Zusammentreffen von Eizelle und Spermien auf unterschiedlichste Weise.

Pearl-Index

Zur Beurteilung der Sicherheit der verschiedenen Methoden dient der Pearl-Index. Er gibt an, wie viele von 100 Frauen im statistischen Mittel schwanger werden, wenn sie über ein Jahr hinweg mit der angegebenen Methode verhüten und regelmäßig Geschlechtsverkehr vollziehen. Je niedriger der Pearl-Index ist, desto sicherer ist die Methode.

Bei regelmäßigem Geschlechtsverkehr ohne jegliche Form der Empfängnisverhütung beträgt der Pearl-Index altersabhängig etwa 82 bei 19?26-jährigen Frauen, 86-87 für Frauen zwischen 27 und 34 Jahren und 82 für Frauen zwischen 35 und 39 Jahren. Ab einem Alter von 50 Jahren setzt die Fruchtbarkeit mit der Menopause aus.

Methodensicherheit und Anwendungssicherheit

Die Sicherheit der meisten Methoden hängt ganz entscheidend von der richtigen Anwendung ab. Ursache des Versagens von Verhütungsmethoden sind meist Anwendungsfehler. Daher sind ''Methodensicherheit'', also das Versagen trotz optimaler Anwendung, und ''Anwendungssicherheit'', also die praxisnahe Berücksichtigung von Anwendungsfehlern, bei den meisten Methoden deutlich verschieden.

Natürliche Methoden

Bei den sogenannten natürlichen Methoden der Empfängnisregelung, auch ''natürliche Familienplanung'' oder ''natürliche Empfängnisregelung'' genannt, werden die fruchtbaren Tage im Menstruationszyklus der Frau bestimmt, um während der unfruchtbaren Tage Geschlechtsverkehr ohne weitere Maßnahmen ausüben zu können. Während der fruchtbaren Tage wird Enthaltsamkeit (Abstinenz) geübt oder es werden andere Verhütungsmethoden angewendet, deren Sicherheit dann separat zu betrachten ist.

Die natürlichen Methoden orientieren sich meist am Menstruationszyklus der Frau, da ein gesunder, zeugungsfähiger Mann prinzipiell immer fruchtbar ist, außer z.?B. nach einer RISUG-Behandlung. Die einzige weitere Methode, bei der weder Hormone noch chemische oder mechanische Hindernisse eine Vereinigung von Eizelle und Spermium verhindern, die ein Mann aktiv ausüben kann, ist der Coitus interruptus, der jedoch in Bezug auf die Verhütung einer Empfängnis als extrem unsicher gilt.

Die Hormonmessung, Temperaturmethode, Billings-Methode und die kombinierte symptothermale Methode können durch Verhütungscomputer in der Anwendung und Interpretation der Ergebnisse unterstützt werden. Es gibt auch Programme und Online-Angebote, die eine Erfassung und automatische Auswertung der Messwerte auf Computern ermöglichen.

{| class="wikitable"
|- class="hintergrundfarbe6"
!width="15%"| Methode
!width="40%"| Beschreibung
!width="15%"| Pearl-Index
|-
|Hormon-Messung
|Messung der am Zyklus beteiligten Hormone mittels Teststreifen im morgendlichen Urin der Frau zur Bestimmung des Eisprungs
|5?6<ref name="pro familia">''Pearl Index''. pro familia</ref>
|-
|Temperatur-Methode
|Beobachtung der morgendlichen Basaltemperatur zwecks Bestimmung der Ovulation
|0,8?3<ref name="DGGG">''Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe'' (DGGG), 2004, (derzeit in Überarbeitung).</ref>
|-
|Billings-Methode
|Beobachtung der Beschaffenheit des Zervikalschleims zur Bestimmung des Ovulationszeitpunktes
|5?15<ref name="DGGG" />
|-
|Symptothermale Methode
|Kombinierte Auswertung von Temperatur und Schleim nach den Regeln der Arbeitsgruppe NFP
|0,26?2,2<ref name="DGGG" />
|-
|Kalendermethode nach Knaus-Ogino oder mittels Geburtenkontrollkette
|Kalendermethode, die die typischerweise fruchtbaren Tage aus dem Zyklus abschätzt; wird in der Dritten Welt in Form der Geburtenkontrollkette verwendet
|9?40<ref name="DGGG" />
|-
|Coitus interruptus
|Der Samenerguss des Mannes findet außerhalb der Vagina statt. Eine Unsicherheit der Methode besteht darin, dass bereits vor dem Erguss Spermien austreten können oder dass sich der Mann zu spät zurückzieht.
|4?18<ref name="DGGG" />
|-
|LAM (Stillinfertilität)
|Bei der ''Lactational Amenorrhea Method'' (LAM) während der Stillzeit (1 bis 6 Monate nach der Geburt) wirkt das Hormon Prolaktin als Ovulationshemmer
|2
|}

Mechanische Methoden

Die mechanischen Methoden beruhen darauf, dass das Eintreten von Spermien in die Gebärmutter verhindert wird und somit keine Spermien die befruchtungsfähige Eizelle erreichen.

{| class="wikitable"
|- class="hintergrundfarbe6"
!width="15%"|Methode
!width="40%"|Beschreibung
!width="15%"|Pearl-Index
|-
|colspan=3 style="background:#FFCBCB" width="70%"|Für den Mann:
|-
|Kondom
|Hülle, meist aus Latex, die über den erigierten Penis abgerollt wird
|2?12<ref name="DGGG" />
7?14<ref name="Pfleidere">Pfleidere, Breckwoldt, Martius: ''Gynäkologie und Geburtshilfe.'' 3. Auflage. 2001.</ref>
|-
|colspan=3 style="background:#FFCBCB" width="70%"|Für die Frau:
|-
|Femidom
|?Kondom für die Frau?
|5?25
|-
|Diaphragma
(Scheidenpessar)
|Barriere im Scheidengewölbe; Schutz sehr erfahrungsabhängig, höhere Sicherheit in Kombination mit Spermiziden
|1?20<ref name="DGGG" />
|-
|Portiokappe
|aus Latex oder Silikon, Verschluss des Gebärmutterhalses, höhere Sicherheit in Kombination mit Spermiziden
|6<ref name="DGGG" />
|-
|Verhütungsschwamm
|kleiner Schwamm aus Polyurethanschaum, der mit einem Spermizid getränkt ist; wird vor dem Verkehr in die Scheide eingeführt und vor dem Muttermund platziert
|5?10
|-
|LEA contraceptivum
|Barriereverhütungsmittel, sicherer in Kombination mit Spermizid (Sicherheit wird durch Hersteller als wesentlich besser angegeben als durch FDA)
|2?3<ref name="pro familia" /> (Herst.)
>15 (FDA)
|}

Kondom und Femidom sind derzeit die einzigen Verhütungsmittel, die auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie zum Beispiel HIV-Infektionen (AIDS), Gonorrhoe oder Syphilis schützen und deshalb unabhängig von anderen Verhütungsmitteln zusätzlich verwendet werden sollten, wenn diesbezüglich ein Schutzbedürfnis besteht.

Hormonelle Methoden

Für die hormonelle Kontrazeption bei der Frau werden Östrogene und Gestagene eingesetzt, und zwar jeweils die synthetischen Analoga der natürlichen Hormone, da diese in deutlich geringerer Dosis und mit weniger Nebenwirkungen die kontrazeptive Wirkung erreichen.

Kombinationspillen enthalten ein Östrogen und ein Gestagen. Bei der heute überwiegend eingesetzten ), so dass die Passage von Spermien erschwert wird.

Im Gegensatz zu Kombinationspillen enthält die Minipille als Monopräparat nur ein Gestagen. Herkömmliche Minipillen enthalten als Wirkstoff Levonorgestrel und wirken nur auf die Gebärmutterschleimhaut und den Zervixschleim, wodurch der Pearl-Index signifikant höher als bei der Mikropille ist. Die sogenannte Neue Minipille enthält den Wirkstoff Desogestrel und verhindert überdies auch zuverlässig den Eisprung, wodurch ein Pearl-Index vergleichbar der Mikropille erreicht wird.

Die über 25 könnte die nachträgliche Implantation eines Kupfer-Intrauterinpessares darstellen.

{| class="wikitable"
|- class="hintergrundfarbe6"
!width="15%"|Methode
!width="40%"|Beschreibung
!width="15%"|Pearl-Index
|-
|Antibabypille, Mikropille
|Östrogen und Gestagen, primär Ovulationshemmung, zudem Veränderung des Zervixschleims und der Gebärmutterschleimhaut
|0,1?0,9<ref name="DGGG" /> (bei idealer Anwendung)
1?12 (Praxiswert bei typischer Anwendung)
|-
|Minipille
|Levonorgestrel als Gestagen (''28 mini'', ''Microlut'', ''Mikro-30 Wyeth'')
Veränderung des Zervixschleims und der Gebärmutterschleimhaut
|4,1
|-
|Neue Minipille
|Desogestrel als Gestagen (''Cerazette'')
Ovulationshemmung, Veränderung des Zervixschleims und der Gebärmutterschleimhaut
|0,4
|-
|Dreimonatsspritze
|Medroxyprogesteron (''Depo-Clinovir'')

Norethisteron (''Noristerat'')
|0,3

1,4
|-
|Vaginalring
|Ethinylestradiol und Etonogestrel (''NuvaRing'', ''Circlet'');
allmähliche Abgabe über die Vaginalschleimhaut; der Ring wird jeweils 21 Tage in der Vagina getragen gefolgt von sieben Tagen Pause
|0,25,
|-
|Hormonpflaster
|Ethinylestradiol und Norelgestromin (''Evra'')
transdermale Wirkstoffabgabe; drei Wochen lang jeweils ein neues Pflaster, dann eine Woche Pause
|0,72?0,9<ref name="DGGG" />
|-
|Verhütungsstäbchen
|subkutanes Implantat mit Etonogestrel (''Implanon NXT'')
Kunststoffstäbchen wird unter die Oberarmhaut eingesetzt, wirkt bis zu drei Jahre lang, kann auf Wunsch jederzeit entfernt werden
|0?0,08<ref name="DGGG" />
|-
|Hormonspirale
|Intrauterinpessar mit Levonorgestrel (''Mirena'' oder ?jaydess?)
T-förmiger Kunststoffkörper gibt das Hormon direkt in der Gebärmutter ab, wirkt bis zu fünf Jahre, kann auf Wunsch jederzeit entfernt werden; Veränderung des Zervixschleims und Nidationshemmung durch Veränderung der Gebärmutterschleimhaut
|0,16<ref name="DGGG" />
0,7
|-

|Pille danach
|Levonorgestrel (''PiDaNa'')
Ulipristalacetat (''EllaOne'')
postkoitale Notfall-Kontrazeption
|2<ref name="DGGG" />
|}

Zur .'' 2006 Oct;15(10), S. 726?734. PMID 16761299.</ref>

Pille für den Mann

Ein hormonelles Verhütungsmittel für den Mann, die sogenannte ?.</ref> für die Verhütung reicht das aber nicht aus.

Auch Kombinationen aus Testosteron und Progestin werden erprobt.

Chemische Methoden

Spermizide gibt es in Form von Salben, Gelen, Zäpfchen, Schaum oder Sprays. Die meisten Präparate basieren auf dem Wirkstoff Nonoxinol-9, seltener aber auch auf Milchsäure, Borsäure oder Salicylsäure. Spermizide werden vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt und wirken, indem sie Spermien abtöten oder ihre Beweglichkeit stark verringern, so dass sie nicht mehr in der Lage sind, eine Eizelle zu erreichen.

Die ausschließliche Verwendung von Spermiziden ist vergleichsweise unsicher, aber in Kombination mit mechanischen Verhütungsmitteln wie Kondomen, Pessaren oder Portiokappen steigern sie deren Wirksamkeit beträchtlich. Allerdings gilt dabei zu beachten, dass nur wasserlösliche chemische Verhütungsmittel verwendet werden, da Präparate auf Öl- und Fettbasis die Gummiwand der Barrieremethode durchlässig machen können.

Unangenehme Schleimhautreizungen können eine Nebenwirkung von spermiziden Präparaten sein.

{| class="wikitable"
|- class="hintergrundfarbe6"
!width="15%"|Methode
!width="40%"|Beschreibung
!width="15%"|Pearl-Index
|-
|Spermizide
|in Form von Salben, Gelen, Zäpfchen, Schaum oder Sprays angewandt in der Vagina der Frau
|3?21<ref name="DGGG" />
|}

Chirurgische Methoden

{| class="wikitable"
|- class="hintergrundfarbe6"
!width="15%"|Methode
!width="40%"|Beschreibung
!width="15%"|Pearl-Index
|-
|Sterilisation des Mannes (Vasektomie)
|Chirurgischer Eingriff, bei dem die Samenleiter im Hodensack des Mannes durchtrennt werden.
|0,1?0,25<ref name="DGGG" />
|-
|Sterilisation der Frau
|Chirurgischer Eingriff, bei dem die Eileiter abgebunden oder durchtrennt werden.
|0,01?0,3<ref name="DGGG" />
|}

In Österreich ist die Sterilisation oder Vasektomie ohne evidente medizinische Indikation an Personen, die das fünfundzwanzigste Lebensjahr noch nicht vollendet haben, strafbar (§?90 StGB).<ref name="RIS90">§?90 Strafgesetzbuch, BGBl. I Nr. 130/2001. RIS</ref>

Intrauterinpessare

Intrauterinpessare (IUP) sind Objekte, die in die Gebärmutter der Frau eingelegt werden und durch mechanischen Reiz der Gebärmutterschleimhaut die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindern. Kupfer<nowiki />haltige ?Spiralen? sollen zusätzlich durch Absonderung kleinster Mengen Kupfer Spermien abtöten oder deaktivieren. IUP gelten als sehr sichere und langfristige Verhütungsmethoden.

Hormonabgebende Intrauterinpessare werden im Artikel Hormonspirale behandelt und sind hier nicht noch einmal mit aufgeführt.

{| class="wikitable"
|- class="hintergrundfarbe6"
! Methode
! Beschreibung
! Pearl-Index
|-
|Kupferspirale
|Kunststoffobjekte mit Kupfer in der Gebärmutter, nidationshemmend
|0,9?3<ref name="DGGG" />
|-
|Kupferkette
(GyneFix)
|Alternative zur herkömmlichen Kupferspirale. GyneFix besteht aus an einem Faden aufgereihten Kupferzylindern und wird an der Gebärmutterwand fixiert, so dass ein Verrutschen oder Ausstoßen wesentlich unwahrscheinlicher wird.
|0,1?0,5
|-
| Kupferperlenball
| Eine neuere Bauform der Kupferkette, welche sich Ball-förmig in der Gebärmutter verspreizt und dadurch keine Fixierung in der Gebärmutterwand benötigt und damit besonders schonend sein soll.<ref name="gesundat" />
| unbek.<ref name="gesundat">gesund.at</ref> 0,3 - 0,8
|-
| Goldspirale
| Wie die Kupferspirale, jedoch mit Goldkern für eine bessere Verträglichkeit.<ref name="gesundat" />
|

|}

Stillzeit

In der sind dagegen möglich.

Das .

Statistik

Laut Statistik der , Köln 2011, ISBN 978-3-942816-03-8, S. 13 f.</ref>
Jugendliche verhalten sich ähnlich, auch hier sind mit Abstand Pille (70 %) und Kondom (52 %) die wichtigsten Verhütungsmittel.<ref name="Jugendsexualitaet"> (PDF). Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln 2010, ISBN 978-3-937707-79-2, S. 160 ff.</ref>

Laut einem repräsentativen Mikrozensus des Schweizer Bundesamts für Statistik verhüten Schweizer Frauen (20?49-jährig) zu 34,1 % mit der Pille, zu 14,2 % mit dem Kondom, zu 22 % durch Sterilisation (Mann oder Frau), 6 % mit der Spirale, 2,3 % mit natürlichen Methoden, 2,1 % durch Coitus interruptus, 0,3 % mit der Dreimonatsspritze, 0,9 % mit Diaphragma/Spermizid und 6,1 % verzichteten auf Verhütung aufgrund von Schwangerschaft, Infertilität oder sexueller Inaktivität.<ref name="schweiz"> Schweizer Bundesamt für Statistik.</ref>

Geschichte

Schon im ist.

Von den meisten indigenen Völkern auf der ganzen Welt sowie aus der europäischen Antike bis zur Frühen Neuzeit ist überliefert, dass Verhütungsmittel auf der Basis von Pflanzen verwendet wurden. Diese Art auch später weiterbestehnde Form der Verhütung bekommt heutzutage auch in wissenschaftlichen Kreisen wieder Aufmerksamkeit.

Der Philosoph in den 30er Jahren nach entsprechender Forschung bestätigte. Sie hatte 1921 in London eine Klinik zur Geburtenkontrolle eröffnet.

, Wolfgang Wegner (Hrsg.): ''Enzyklopädie Medizingeschichte.'' De Gruyter, Berlin/New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 532 f.</ref> Rezepte.

Seit wann Kondome zur Empfängnisverhütung benutzt wurden, ist in der Forschung umstritten. Der erste sichere Beleg dafür ist der 1605 erschienene Traktat ''De iustitia et iure'' des niederländischen Moraltheologen Leonardus Lessius, SJ, der diese Praxis als unmoralisch verurteilte.

In Deutschland war der Flensburger Arzt Wilhelm Mensinga (1836?1910) Wegbereiter der Empfängnisverhütung. Zwischen 1872 und 1882 entwickelte er das Occlusiv-Pessar und erprobte es in Langzeitstudien an zwölf Frauen, bis er 1882 schließlich mit seiner Schrift ''Über die facultative Sterilität vom prophylaktischen und hygienischen Standpunkt'' zunächst unter dem Pseudonym C. Hasse an die Öffentlichkeit ging. Sein Pessar war bis in die fünfziger Jahre insbesondere in den skandinavischen Ländern, den Niederlanden und den USA in Gebrauch.

Vom ausgehenden 19. Jahrhundert an wurde allgemeinverständliche medizinische Literatur, die
über Möglichkeiten der Empfängnisverhütung Auskunft gab, weithin verfügbar, was in Deutschland um 1900 zu einem ersten starken Einbruch der Geburtenziffern führte.

Am 18. August 1960 wurde in den USA und am 1. Juni 1961 in Deutschland die erste Hormonpille zur Empfängnisverhütung als hormonelles Kontrazeptivum zugelassen bzw. auf den Markt gebracht.

Religion

Judentum

Empfängnisverhütung ist im Judentum grundsätzlich erlaubt. Das Paar soll es dennoch anstreben, das Gebot ?Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde? (Gen ) durch mindestens zwei Kinder (beide Geschlechter), zu erfüllen.<ref name="birth controll in jewish law" />

Empfängnisverhütung ist erlaubt in Fällen, wenn eine Schwangerschaft ein Risiko für die Mutter oder für die Geburt weiterer Kinder darstellen könnte, zum Beispiel bei gesundheitlicher oder finanzieller Belastung, bei sehr jungen Frauen, in der Stillzeit. Verhütungsmethoden mit spermizider Wirkung oder mechanischer Barriereverhütung sind nicht erlaubt.<ref name="kosher sex">Judaism 101, Birth controll.</ref><ref name="birth controll in jewish law">David Michael Feldmann: ''Birth Control in Jewish Law: Marital Relations, Contraception, and Abortion As Set Forth in the Classic Texts of Jewish Law'', Jason Aronson, 1. September 1998.</ref> Hormonelle Mittel sind jedoch ein anerkanntes und erlaubtes Mittel zur Empfängnisverhütung nach jüdischem Recht (Halacha).<ref name="kosher sex" /><ref name="birth controll in jewish law" />

Christentum

Römisch-katholische Kirche

Der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) unterscheidet beim ehelichen Verkehr terminologisch zwischen Empfängnisregelung und Empfängnisverhütung (vgl. KKK Nrn. 2368, 2370).

Zur Empfängnisregelung in der Ehe werden die zeitweise Enthaltsamkeit sowie die auf Selbstbeobachtung und der Wahl von unfruchtbaren Perioden (Eisprungrechner) beruhenden Methoden gerechnet, die von Eheleuten angewendet werden dürften, da sie den objektiven Kriterien der Moral entsprächen (KKK Nr. 2370). Dies wurde auch in der Enzyklika ''Humanae Vitae'' festgehalten. Empfängnisregelung wird dort bei Gründen, ?die sich aus der körperlichen oder seelischen Situation der Gatten oder aus äußeren Verhältnissen ergeben?, erlaubt.

Die künstliche Empfängnisverhütung wird hingegen als objektiv widersprüchliche Gebärde der Eheleute, als ein ?Sich-nicht-ganz-Schenken? angesehen. Darunter wird jede Handlung verstanden, ?die entweder in Voraussicht oder während des Vollzuges des ehelichen Aktes oder im Anschluss an ihn beim Ablauf seiner natürlichen Auswirkungen darauf abstellt, die Fortpflanzung zu verhindern, sei es als Ziel, sei es als Mittel zum Ziel.? (KKK Nr. 2370, Enzyklika ''Humanae Vitae'', 14)

Ein naturrechtlich begründete Unterschied zwischen den Verhaltensweisen bei Empfängnisregelung und bei Empfängnisverhütung wird dabei folgendermaßen definiert: ?Bei der ersten machen die Eheleute von einer naturgegebenen Möglichkeit rechtmäßig Gebrauch; bei der anderen dagegen hindern sie den Zeugungsvorgang bei seinem natürlichen Ablauf.? (''Humanae Vitae'', 16)

Papst en Führung der Kirche die Aufgabe zu, die Voraussetzung für eine normative Anerkennung vor allem der Enzyklika ''Humanae vitae'' zu schaffen.

Wenn schwerwiegende Gründe wie im Falle einer , als Vergewaltigungen, insbesondere von Ordensschwestern, als gezieltes Mittel der Kriegsführung eingesetzt wurden.<ref name="katholisch.de/130203" />

Anfang 2013 wurde berichtet, dass eine vergewaltigte Frau von zwei katholischen Krankenhäusern in Köln nicht behandelt worden sei, weil sich die Ärzte nicht zur Verschreibung der sogenannten ?''<ref name="Kath.net.40248" />

Papst Franziskus erklärte 2018, dass auch künstliche Verhütungsmittel für Frauen in Armut zu akzeptieren seien, so lange diese nicht abtreibend wirken. Kondome, Diaphragmata und als letzten Ausweg Tubenligaturen seien mögliche künstliche Verhütungsmethoden. Diese hätten keine abtreibende Wirkung und hätten keine schädliche Wirkung für den weiblichen Körper.

Orthodoxe Kirche

In der orthodoxen Kirche gibt es unterschiedliche Ansichten zur Empfängnisverhütung. Als die verwendeten Methoden noch unsicher und oft gesundheitsschädlich waren, wurde die Empfängnisverhütung strikt abgelehnt. Heute wird sie, allerdings nur innerhalb der Ehe, von den meisten Theologen und Beichtvätern akzeptiert; die Partner sollen nach eigenem Gewissen über ihre gewünschte Kinderzahl und die Geburtsabstände entscheiden. Der Gebrauch von nidationshemmenden Verhütungsmitteln wie dem Intrauterinpessar und der ?Pille danach? wird abgelehnt, da ihr Gebrauch als Abtreibung in einem sehr frühen Stadium betrachtet wird.

Anglikanische Kirche

Die Vollversammlung der Bischöfe der anglikanischen Gemeinschaft erklärte die Empfängnisverhütung 1930 unter bestimmen Voraussetzungen für zulässig.
Während die Bischöfe bei der Lambeth-Konferenz von 1908 noch ihre tiefe Besorgnis über jegliche Art der Empfängnisverhütung zum Ausdruck brachte, erklärte die Konferenz von 1930, dass zwar da, wo die Eheleute eine moralische Verpflichtung verspürten, die Zahl ihrer Kinder zu begrenzen oder eine Empfängnis überhaupt zu vermeiden, völlige Enthaltsamkeit die erste und offensichtliche Methode dazu sei. Wenn jedoch moralisch einwandfreie Gründe gegen die Enthaltsamkeit sprächen, könnten auch andere Methoden verwendet werden, vorausgesetzt, dass diese ?im Licht christlicher Grundsätze? zum Einsatz kämen. Die Konferenz von 1958 führte aus, dass die Verantwortung für die Zahl und Abfolge der Kinder eine Frage des Gewissens der Eheleute sei ?dergestalt wie es für Ehemann und Ehefrau annehmbar? sei.

Protestantische Kirchen

Weitere protestantische Kirchen haben in Entscheidungen von 1951 und 1958 Empfängnisverhütung erlaubt.

Islam

Die Empfängnisverhütung im Islam ist unter folgenden Bedingungen erlaubt:

  1. Beiderseitiges Einverständnis von Ehemann und Ehefrau.
  2. Sie verursacht keinen (gesundheitlichen) Schaden (bei einem der beiden Ehepartner).
  3. Sie wird nicht dauerhaft praktiziert, sondern vielmehr für einen vorübergehenden Zeitraum (daher sind Sterilisationen nicht erlaubt).

Eine der beiden Hauptquellen ist der Hadith al-Buch?r? 5207, in dem von einem ''Gabir'' berichtet wurde:

Ásatrú

Im Ásatrú ist Empfängnisverhütung nicht untersagt. Allerdings sind viele Ásatrú-Gemeinschaften gegen ein kinderloses Leben.

Bahai

Bei den Bahai ist Verhütung zur Familienplanung prinzipiell erlaubt (Geschlechtsverkehr außerhalb der Ehe hingegen wird nicht gutgeheißen). Lediglich die präventive Sterilisation kinderloser Menschen mit dem Ziel, keine Kinder haben zu wollen, wird nur dann empfohlen, wenn ein (weiteres) Kind der Mutter oder Familie schaden würde, da der Hauptzweck der Ehe das Aufziehen von Kindern sei. Ansonsten bleibt die Verhütung und Familienplanung den Gläubigen selbst überlassen. Letztlich darf und soll jeder Baha'i in persönlicher Zwiesprache mit Gott über Fragen der Familienplanung und Verhütung selbst entscheiden.

Siehe auch

Literatur

  • Helga Dietrich, Birgitt Hellmann (Hrsg.): ''Vom Nimbaum bis zur Pille. Zur kulturgeschichtlichen Vielfalt der Verhütungsmethoden''. In: ''Dokumentation der Städtischen Museen Jena.'' Band 17, Hain, Weimar / Jena 2006, ISBN 3-89807-104-9.
  • Robert Jütte: ''Lust ohne Last. Geschichte der Empfängnisverhütung von der Antike bis zur Gegenwart''. Beck, München 2003, ISBN 3-406-49430-7.
  • Beate Keldenich: ''Die Geschichte der Antibabypille von 1960 bis 2000 ? Ihre Entwicklung, Verwendung und Bedeutung im Spiegel zweier medizinischer Fachzeitschriften: ?Zentralblatt der Gynäkologie? und ?The Lancet?''. Shaker Verlag, Aachen 2002, ISBN 3-8322-0018-5 (Zugleich Dissertation an der Technischen Hochschule Aachen 2001).
  • Sylvia Knöpfel, Knut O. K. Hoffmann: ''Verhütung. Welche Methode passt zu mir? Von traditionell bis hypermodern: alle Möglichkeiten im Überblick.'' Trias, Stuttgart 2002, ISBN 3-8304-3019-1.
  • Malte König: ''Geburtenkontrolle. Abtreibung und Empfängnisverhütung in Frankreich und Deutschland, 1870?1940''. In: ''Francia. Forschungen zur westeuropäischen Geschichte.'' 38 (2011), S. 127?148.
  • Angus McLaren: ''A History of Contraception''. From Antiquity to the Present Day, Oxford 1990.
  • Karin Meisenbacher: ''Empfängnisverhütung. Methoden, Anwendung, Beratung''. Wissenschaftliche Verlags-Gesellschaft, Stuttgart 2006, ISBN 3-8047-2220-2.
  • Maria Metz-Becker (Hrsg.): ''Wenn Liebe ohne Folgen bliebe? Zur Kulturgeschichte der Verhütung''. Jonas Verlag, Marburg 2006, ISBN 3-89445-362-1.
  • Uta Ranke-Heinemann: ''Eunuchen für das Himmelreich''. Katholische Kirche und Sexualität. Hoffmann und Campe, Hamburg 1988, ISBN 3-455-08281-5. (Erweiterte Taschenbuch-Neuausgabe: ''Eunuchen für das Himmelreich. Katholische Kirche und Sexualität. Von Jesus bis Benedikt XVI.'' Heyne, München 2012, ISBN 978-3-453-16505-2)
  • Raith-Paula, Frank-Herrmann, Freundl, Strowitzki: ''Natürliche Familienplanung heute''. Modernes Zykluswissen für Beratung und Anwendung. 4. Auflage. Springer, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-540-73439-0.
  • ''Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Empfängnisregelung und zum Schwangerschaftsabbruch.'' (PDF; 112?kB)
  • Vitali Gorenoi, Matthias P. Schönermark, Anja Hagen: ''Nutzen und Risiken hormonaler Kontrazeptiva bei Frauen.'' (Health Technology Assessment des DIMDI Bd. 56) (PDF; 616?kB) 2007.
  • James DeMeo: Empfängnisverhütungsmittel bei Naturvölkern (PDF; 192?kB) In: ''Emotion.'' Band 11, 1994
  • Alexander T. Teichmann: ''Empfängnisverhütung: eine vergleichende Übersicht aller Methoden, Risiken und Indikationen.'' Thieme Verlag, Stuttgart 1996, ISBN 3-13-102651-0.
  • {{Literatur
   |Autor=Inka Wiegratz, Christian J. Thaler
   |Titel=[http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=heft&id=97959 Hormonale Kontrazeption ? was, wann, für wen?]
   |Sammelwerk=Dtsch Arztebl Int
   |Nummer=108(28-29)
   |Datum=2011
   |Seiten=495?506}}

Weblinks

Einzelnachweise