Willkommen auf EMPFäNGNISS-VERHüTUNG.DE

empfängniss-verhütung.de bietet Ihnen weiterführende Links auf Webseiten zum Thema Empfängnisverhütung

Startseite > Kondom

Ein '''Kondom''' (auch '''Präservativ''', von ?vorbeugen?, ?verhüten?) ist eine dünne Hülle, zumeist aus vulkanisiertem Kautschuk, die zur Empfängnisverhütung und zum Schutz gegen sexuell übertragbare Erkrankungen vor dem Geschlechtsverkehr über den erigierten Penis des Mannes gestreift wird.

Geschichte

Die ersten Kondome wurden aus gewebtem Stoff gefertigt. Sie waren nicht besonders wirksam bei der Empfängnisverhütung und dem Schutz vor übertragbaren Krankheiten, da sie nicht vollkommen undurchlässig waren.

Die ersten wirkungsvollen Kondome wurden aus Schafsdärmen oder anderen tierischen Membranen hergestellt. Solche sind auch heutzutage noch erhältlich. Sie gelten bei manchen als sinnlicher, fühlen sich wegen der geringen Elastizität und Slip-Stick anders an, und sind nicht so wirkungsvoll wie künstlich hergestellte Kondome bei der Verhütung von Schwangerschaften sowie sexuell übertragbarer Krankheiten (beispielsweise HIV, Hepatitis?B). Bereits Casanova benutzte solche Kondome, die im 18. Jahrhundert ''English Overcoats'' genannt wurden, um sich vor der gefürchteten Syphilis zu schützen.

Über die Namensherkunft gibt es viele Theorien. Die verbreitetste ist, dass Kondome ihren Namen von Oberst Dr. Condom erhalten haben, der Hofarzt von Charles?II. von England war und Hammeldärme zur Empfängnis- und Infektionsverhütung empfohlen haben soll. Eine andere Variante bezieht sich auf die Kombination der Wortbestandteile ?con? (ital., bzw. vom lat. ?cum? abgeleitet, für ?mit?) und ?doma? (vom lat. ?domus? für ?Haus? oder ?Kuppel?).

1839 machte / Michael Sontheimer: ''Fromms. wie der jüdische Kondomfabrikant Julius F. unter die deutschen Räuber fiel'', Frankfurt am Main 2007.</ref>

Ende des 19. Jahrhunderts verkaufte Maison A. Claverie, Paris, aufgerollte Kondome mit Reservoir unter dem Artikelnamen ?Le Parisien? (Der Pariser). Sie waren aus dehnbarem Gummi und konnten unter Umständen mehrmals verwendet werden. Eine Weiterentwicklung hatte am unteren Rand des Reservoirs einen angeklebten Stachelring aus Gummi und hieß ?Le Parisien Dentelé? (Der Gezahnte Pariser).<ref name="AClaverie-LeParisien1">Maison A. Claverie (Hrsg.): ''Manufacture Speciale De Caoutchouc Dilaté Et Baudruche: Appareils Pour Usage Intime Hommes & Dames: Catalogue Général Illustré'' (Versandkatalog mit Supplement), ohne Jahr (1896 oder früher. Liegt den Gerichtsakten von 1896 bei, im Bestand: Archives de Paris, D2U 6 110, Anklage gegen ?Delbret?, genannt ?Claverie?), (französisch)</ref><ref name="AClaverie-LeParisien2"></ref> Sie vertrieben die gleichen Kondome unter verschiedenen Namen, z.?B. ?Le Bijou? (Das Juwel).<ref name="MaisonLBador" />

In Deutschland wurde im Jahr 1888 durch Bundesratsverordnung verboten, dass Frauen und jugendliche Arbeiter in Präservativfabriken arbeiten.

1912 entwickelte der Gummifabrikant Julius Fromm eine Methode, nahtlose Kondome herzustellen, indem ein Glaskolben in eine Gummilösung eingetaucht wurde.<ref name="AlySont" /> Ab 1930 wurde Latex als Material benutzt. Durch diese Entwicklung wurden verhütende Latex-Kondome allgemein verfügbar. Der Verkauf von Kondomen war bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts aber vielerorts verboten, beziehungsweise nur zum medizinischen Gebrauch erlaubt. In Irland galt eine solche Regelung noch bis Anfang der 1990er Jahre.

Im Ersten Weltkrieg gehörten Kondome zur Standardausrüstung der Soldaten. Die deutsche, französische und britische Armee verteilten Kondome unter den Soldaten, die US-Armee jedoch nicht, so dass US-Soldaten häufiger unter Geschlechtskrankheiten litten als Angehörige anderer Armeen.

Die frühen Latex-Kondome waren alle prinzipiell recht ähnlich. Der wesentliche Unterschied war bei einigen Kondomen das Fehlen des heute üblichen Reservoirs zur Aufnahme der Samenflüssigkeit (Ejakulat). Eine frühe Entwicklung?? die ''short cap''??, die nur über die Eichel des Penis gestreift wurde, scheiterte bei der Reduzierung von Schwangerschaften und Krankheiten.

In den nachfolgenden Jahrzehnten entwickelten Hersteller Kondome in vielen Variationen, die sich in Materialien, Größen (Länge und Breite), Stärken, Farben, Formen und Struktur unterscheiden.

Der Globale Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria finanzierte allein für das Jahr 2014 die Verteilung von 5,1 Milliarden Kondomen weltweit.

Materialien

Kondome werden vorwiegend aus Naturkautschuk-Latex, aber auch aus Polyurethan (PUR) oder Polyisopren (PI) gefertigt, da man auf Naturkautschuk auch allergisch reagieren kann. Zudem gibt es Kondome aus spezialbehandeltem Naturdarm (?Naturalamb?), die allerdings nicht zuverlässig vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen. Polyisopren ist im Gegensatz zu PU dehnbarer als Latex (größeres Berstvolumen, allerdings kleinerer Berstdruck).<ref name="test2009-04-09">Stiftung Warentest: Test von Kondomen In: test.de, 9. April 2009; abgerufen am 10. Dezember 2012.</ref> PUR besitzt ein kleineres Berstvolumen als Latex, der Berstdruck ist aber wesentlich höher. Zu Kondomen aus Polyisopren und Polyurethan fehlt allerdings (Stand 2009) eine Prüfnorm und Testergebnisse und langjährige Erfahrungen.<ref name="test2009-04-09" />

Die Produktion von Kondomen aus Naturkautschuklatex erfolgt meist in sieben Schritten:

  1. Eintauchen des Formkörpers in flüssiges Naturkautschuklatex
  2. Austauchen der Form und Trocknen (Vulkanisieren) des anhaftenden Gummifilms
  3. Abziehen des getrockneten und verfestigten Gummifilms von dem Formkörper
  4. Spülen des Gummifilms und Puderbeschichtung
  5. Trocknen des gewaschenen und puderbeschichteten Gummifilms
  6. elektronische Einzelprüfung auf Dichtheit
  7. Aufrollen des Kondoms
  8. Verpackung nach Abschluss der Produktion des Produktes

Latex-Kondome werden durch fetthaltige Substanzen, wie z.?B. Massageöl oder Vaseline, porös und verlieren ihre Schutzwirkung. Gleitmittel auf Wasserbasis und Silikonöl sind latexverträglich. Kondome aus Polyethylen oder Polyurethan sind zusammen mit fett- beziehungsweise ölhaltigen Gleitmitteln einsetzbar. Für Latexallergiker sind Kondome aus Polyethylen, Polyurethan oder Polyisopren eine mögliche Alternative.

Ausführungen

Kondome sind individuellen Bedürfnissen entsprechend in verschiedenen Größen, Stärken und Farben erhältlich. Es gibt sie auch in verschiedenen Geschmackssorten ? bspw. für den Oralverkehr ? sowie besondere Oberflächenstrukturen zur Stimulation und Steigerung der Lust. Da die verschiedenen Geschmackssorten auch einen entsprechenden Duft verbreiten, sind sie eine beliebte Alternative zu den gewöhnlichen Kondomen. Für Analverkehr gibt es extra starke Kondome mit erhöhter Wanddicke (0,1?mm), die den Belastungen dieser Sexualpraktik besser standhalten sollen und daher empfohlen werden. Mit Spermizid behandelte Kondome bieten eine zusätzliche Sicherheit und Kondome mit Benzocain, einem Lokalanästhetikum, versprechen ausdauernden Sex. Mit dem Film ''Skin Deep'' wurden Kondome populär, die im Dunkeln leuchten. Für z.?B. Veganer sind tierversuchsfrei entwickelte Kondome erhältlich. Die größte Vielfalt wird in Standardgrößen (je nach Hersteller 52?mm oder 54?mm) angeboten, bei kleineren oder größeren ist die Auswahl zumindest begrenzt.

Normung

Kondome waren in Europa seit 1996 nach DIN?EN?600 normiert. Diese Norm regelte einerseits die Größe (mindestens 17 Zentimeter lang und (flach ausgebreitet) 4,4?5,6 Zentimeter breit), andererseits die Testverfahren, nach denen die Präservative auf ihre Haltbarkeit, Festigkeit und Dichtigkeit geprüft werden. Um zu prüfen, ob sie dicht sind, werden sie in eine Elektrolytlösung getaucht. Leuchtet die Lampe an der Prüfstation auf, so fließt Strom durch das Kondom, das heißt, es ist undicht und wird aussortiert. Beim Test auf Reißfestigkeit und Dehnungsfähigkeit muss ein Kondom eine Dehnung bis auf das Siebenfache seiner Normalgröße unbeschädigt überstehen. Einem Test der Stiftung Warentest aus dem Jahre 1999 zufolge erreichten allerdings drei von 29 getesteten Kondomen die Prüfziele nicht.

Seit 2002 gilt die internationale Norm EN?ISO?4074, abgestimmt zwischen CEN und ISO, die unter anderem einen flexibleren Spielraum für Normierung der Größe einräumt. Das Kondom muss hiernach mindestens 16?cm lang sein und je nach Breite ein bestimmtes Mindestvolumen (im aufgeblasenen Zustand) garantieren. Eine Beschränkung auf maximal 5,6?cm Breite besteht nicht mehr, der Hersteller muss lediglich eine Standardabweichung von +/??2?mm gegenüber dem auf der Verpackung angegebenen Wert einhalten.
In Deutschland löst DIN?EN?ISO?4074 die Norm EN?600 ab. Kondome, deren Verpackung den Aufdruck ?EN?600? tragen, durften nur bis 2004 verkauft werden.

Kondomgrößen

Bis 2002 war die nominelle Breite von Kondomen durch Norm DIN EN 600 auf minimal 44?mm und maximal 56?mm beschränkt. Die Standardgröße von 52?mm nomineller Breite wurde nach oben nur um ?XXL?-Kondome mit 56?mm Breite ergänzt. Inzwischen bieten einige Hersteller auch Kondome von 47?mm bis zu 69?mm Breite an.

Die Kondome sollen für maximalen Komfort und maximale Sicherheit passend zur Penisgröße (Umfang) gewählt werden<ref name="BZGA"></ref>. Das Kondom sollte eine geringfügig kleinere nominelle Breite haben als der halbe Penisumfang im vollständig erigierten Zustand an der breitesten Stelle. So ist sichergestellt, dass das Kondom nicht stark gedehnt wird, aber trotzdem durch ausreichend Spannkraft gehalten wird. Die Standardbreite von 52?mm entspricht demnach einem Penisumfang von etwas mehr als 10,5?cm, eine Kondomgröße von 60?mm einem Penisumfang von etwas mehr als 12,0?cm und Kondomgröße 69?mm einem Penisumfang von etwas mehr als 14,0?cm.

Eine Online-Umfrage hat für deutsche Männer einen durchschnittlichen Penisumfang von 11,80?cm ergeben, ''(siehe auch Penis des Menschen)''. Diese durchschnittlichen Penisumfänge entsprechen einer Kondomgröße von 56?mm bis 60?mm.

Einige Studien legen nahe, dass zu kleine Kondome beim Geschlechtsverkehr leichter reißen, was den Schutz vor Schwangerschaft und sexuell übertragbaren Krankheiten aufhebt. Bei einer Studie mit 184 Männern (durchschnittlicher Penisumfang 13,19 cm) und 3.658 Kondomen kam es in 1,34 % der Fälle zum Reißen der Kondome. Die Wahrscheinlichkeit war stark mit dem Penisumfang korreliert: Ein um 1?cm größerer Umfang erhöhte die Wahrscheinlichkeit um 50 % bis 100 %.<ref name="Smith 1998"></ref> Es ist jedoch wissenschaftlich nicht untersucht, ob verschiedene Kondomgrößen dieses Risiko verringern.

Qualitäts- und Gütesiegel

1981 wurde in Deutschland das erste Qualitätssiegel für Kondome erteilt: das DLF-Gütesiegel (DLF = '''D'''eutsche '''L'''atex-'''F'''orschungs- und Entwicklungsgemeinschaft). Die DLF ist ein Zusammenschluss von verschiedenen Herstellern. Um das Gütesiegel zu erhalten, wird am Kondom eine Reihe von Normprüfungen durchgeführt. Zusätzlich sind unabhängige Prüfungen von außen erforderlich.

Die Kondome werden in vier Prüfungen getestet:
  1. Dichtigkeitstest
  2. Aufblastest
  3. Dehnungstest
  4. Mikrobiologische Reinheit

In der Schweiz gibt es den ?Verein Gütesiegel für Präservative?. Mit dem Gütesiegel wird garantiert, dass das Kondom der Euronorm für Präservative entspricht. Zusätzlich hat der Verein einen eigenen Kriterienkatalog. Jede Produktionseinheit wird von einem unabhängigen Labor getestet, bevor sie zum Verkauf freigegeben werden darf. Der Verein führt auch Stichproben in Verkaufsläden durch.

Kondome im Hinblick auf sexuell übertragbare Krankheiten

Im Internet finden sich viele Quellen, die angeben, dass Kondome keinen wirksamen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten (STI) böten. Dabei wird Bezug genommen auf etwaige Poren, die während des Trockenvorgangs des Latex im Produktionsprozess entstünden. Um diesen Sachverhalt zu untersuchen, wurden im Auftrag der Europäischen Kommission verschiedenste Studien, die sich direkt oder indirekt mit der Verbreitung und den Infektionswegen von HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten beschäftigen, ausgewertet und allgemeingültige Normen für die Qualitätskontrolle für Kondome festgelegt. Als Ergebnis dieser Studie wurde festgestellt, dass bei sachgerechtem Gebrauch des Kondoms ein nahezu hundertprozentiger Schutz gegen eine Infektion mit HIV besteht.

Unter real-life-Bedingungen ist die Menge der HIV-Übertragungen im Vergleich zwischen denen, die angeben, immer Kondome zu verwenden, und denen, die dies nicht tun, um 70 % bis 80 % niedriger (je nach Geschlecht der Partner und der vollzogenen Praktiken).

Die Auswertung von vier Studien bei denen ein Teil der Probanden Sex mit (mehreren) HIV-Infizierten hatte, beim Vergleich zwischen der Gruppe, die angab immer Kondome zu verwenden, und der Gruppe, die das nicht tat, dass je nach Studie 73 bis 99,6 % weniger HIV-Infektionen auftraten (Effektivität), alle Studien zusammen genommen ergaben 91 %.

Verwendung in Deutschland

In Deutschland wurden in den Jahren 1995 bis 2014 jedes Jahr zwischen 188 und 241?Millionen Kondome verkauft. 1985 und 1986 wurden jeweils 84 Millionen Kondome verkauft.

Einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zur Folge verwendeten 2010 in der Altersgruppe der 16- bis 44-Jährigen 87?Prozent zu Beginn einer neuen Partnerschaft Kondome. 1994 betrug der Anteil lediglich 69?Prozent.

Von den 16 bis 45 Jahre alten allein lebenden würden zustimmen, Kondome zu benutzen, wenn der neue Sexualpartner dies wünscht, 80?95 % in allen Umfragen von 1988 bis 2007 mit steigender Tendenz,<ref name="bzga2007">BZgA 2007 (PDF; 825?kB).</ref> zustimmen, keine Kondome zu benutzen, wenn der neue Sexualpartner dies wünscht, würden 7?13 % der Frauen und 13?23 % der Männer.<ref name="bzga2007" /> Dabei oder zu Hause Kondome haben 65?76 % der Männer und 49?63 % der Frauen (16?45, allein lebend, Befragung 1994?2007)<ref name="bzga2007" /> Beim ersten Geschlechtsverkehr haben 55?75 % mit Kondom verhütet (14?18 Jahre, Befragung 1994?2014).

Noch nie Kondome verwendet haben mindestens 7 % der Männer und 12 % der Frauen von 16?65 in allen Befragungen (1984?2007).<ref name="bzga2007" />

Alternativen und Anwendungsvarianten

Eine verhütende und zugleich vor Krankheitsübertragungen schützende Alternative zum Kondom ist seit neuerer Zeit das oft als ?Kondom für die Frau? bezeichnete so genannte Femidom.

Die Südafrikanerin Sonette Ehlers stellte mit Rape-axe 2005 eine Sonderform des Femidoms vor, die der Verhütung von Vergewaltigungen dienen soll.

Aus einem Kondom kann man bei Bedarf ein Lecktuch herstellen, das bei einem oralen Vaginalverkehr (Cunnilingus) oder oralen Analverkehr (Anilingus) vor einer Infektion schützt.

Im Rahmen einer vaginalen Sonografie streift der Frauenarzt ein Kondom über die Ultraschallsonde, um den Schutz vor Infektionen während der Untersuchung sicherzustellen.

Das Kondomurinal ist ein Hilfsmittel in der Pflege von an Harninkontinenz leidenden Männern, es besitzt die Form eines Kondoms mit Anschlussmöglichkeit eines Schlauches zur Harnableitung.

Simple Kondome werden von männlichen Segelfliegern als Notlösung, um Urin aufzufangen, mitgeführt. Trotz Pinkelroutine vor dem Start kann es durch die Kälte in der Höhe und überraschend lange Flugdauer zu Harndrang kommen.

Vor- und Nachteile sowie Risiken des Kondoms als Verhütungsmittel

Vorteile

  • Im Gegensatz zu Verhütungsmitteln wie dem Implanon oder der Spirale, die eine fehlerhafte Anwendung ausschließen, weichen bei Kondomen der Pearl-Index bei durchschnittlicher Anwendung und der Pearl-Index bei idealer Anwendung stark voneinander ab. Bei perfekter Anwendung kann ein Pearl-Index von 0,6 erreicht werden.<ref name="PMID_17314078"></ref> Der hohe Unsicherheitsfaktor beruht in erster Linie auf Fehlverhalten bei der Anwendung, falscher Kondomgröße und falscher Lagerung der Kondome (Frost/Hitze/mechanischer Stress).
  • Das Kondom ist wie das Femidom ein Verhütungsmittel, das nicht nur eine Schwangerschaft, sondern auch eine Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten (beispielsweise HIV, Gonorrhoe und Hepatitis C) weitgehend verhindert.
  • Viele Männer geben an, mit einem Kondom die Erektion länger aufrechterhalten zu können.

Nachteile

  • Kondome können als unangenehm empfunden werden, da sie den Hautkontakt verhindern. In sexualwissenschaftlichen Studien geben viele Männer an, Kondome würden die Empfindungen verringern. Auch das Überziehen wird oft als Unterbrechung und Störfaktor im , Köln 1996.</ref>
  • Vereinzelt treten auch Fälle von Latex-Allergien auf. Die meisten Menschen reagieren jedoch nur sensibel auf die Inhaltsstoffe der einen oder anderen Gleitbeschichtung, dabei können zwischen verschiedenen Marken große Unterschiede bestehen. Zusätzlich bieten manche Hersteller komplett unbeschichtete bzw. trockene Präservative für diesen Fall an. Einige Probleme lassen sich auch auf die spermizide Beschichtung zurückführen. 90 % aller allergischen Reaktionen im Genitalbereich werden durch den Wirkstoff Nonoxynol-9 ausgelöst. Gelegentlich lassen sich Probleme auch durch das Silikon begründen, welches in vielen Gleitmitteln enthalten ist. Für Latex-Allergiker gibt es auch latexfreie Kondome aus Polyurethan. Diese sind dünner, besonders gefühlsecht und geruchlos, allerdings auch deutlich teurer als Latex-Kondome.
  • Der starke Latex-Geruch wird von vielen Menschen als unangenehm empfunden. Allerdings gibt es Kondome mit künstlichem oder gar keinem Geruch.

Risiken

In der Praxis führen Fehler in der Handhabung immer wieder zu ungewollten Schwangerschaften.
  • Schon das Berühren der weiblichen Geschlechtsteile mit der (ungewaschenen) Hand, mit der das Kondom abgezogen wurde, kann zu einer Schwangerschaft führen.
  • Bevor das Kondom übergestreift wird, kann es bereits zu unbemerktem Austritt von Sperma kommen, was auch hier zu dem Risiko führt, wenn Körperteile die Vagina berühren, die mit dem Penis in Berührung kommen, bevor das Kondom übergestreift worden ist. Das Gleiche gilt für das Überstreifen des Kondoms. Wird im Laufe des Vorspiels, das meist aus Spielarten des Pettings besteht, vor der Benutzung des Kondoms der Penis im Bereich der Eichel berührt, so besteht die Gefahr, dass einzelne Spermien beim Überziehen auf die Oberfläche des Kondoms gelangen und so den Weg in die Scheide finden. Das dadurch entstehende Risiko wird durch mit Spermizid beschichtete Kondome gesenkt.
  • Unvollständiges Abrollen oder ein Abrollen, das ungleichmäßig erfolgt und damit das Kondom nicht nahe genug an die Peniswurzel bringt, kann zu einem Ablösen des Kondoms vom Penis während des Geschlechtsaktes führen.
  • Lange Fingernägel können das Kondom beim Abrollen oder beim Aufreißen der Packung beschädigen. Diese Gefahr besteht auch, wenn während des Sex die Geschlechtsteile der Frau zusätzlich mit den Fingern stimuliert werden.
  • Beim Einsatz ölhaltiger Gleitmittel wie Bodylotion, Massageöl, Babyöl, Vaseline, Backfett (wie z.?B. das früher unter Homosexuellen verbreitete Crisco) oder bestimmter Spermizide wie Scheiden-Zäpfchen (Suppositorien) und einiger homöopathischer Behandlungen kann die Latexstruktur Schaden nehmen, wenn diese Mittel nicht für den Einsatz mit Kondomen freigeben sind. Angaben dazu befinden sich meist auf der Verpackung oder dem Beipackzettel. Das Kondom verliert unter solchen Umständen innerhalb von weniger als fünf Minuten seine Dehnbarkeit. Auch wenn das Kondom manchmal nicht reißt oder sichtbare Beschädigungen aufweist, wird es doch durchlässig, beispielsweise für Viren. Wasserhaltige und silikonhaltige Gleitmittel oder Gleitmittel auf Dimeticone-Basis haben solche Risiken nicht.
  • Vor Einsatz rezeptfreier oder rezeptpflichtiger Arzneimittel an Penis oder Vagina sollte ein Arzt oder Apotheker um Rat gebeten werden, da diese Arzneimittel die Sicherheit von Kondomen beeinflussen können.
  • Falsch aufbewahrte oder nach Verstreichen des Verfalldatums verwendete Kondome können ??auch unsichtbare?? Beschädigungen aufweisen, die Viren oder Samen durchlassen. Schädliche Einflüsse sind vor allem Sonneneinstrahlung, Hitze, Kälte sowie mechanische Beanspruchung, die vor allem bei der Aufbewahrung im Auto, Geldbeutel oder in der Hosentasche auftreten.
  • Die Verwendung eines (im Verhältnis zur Penisgröße) zu kleinen Kondoms kann Schmerzen oder Durchblutungsprobleme verursachen. Maßgeblich für die richtige Kondomgröße ist nicht dessen Länge, sondern ein zum Penisumfang passender Durchmesser. Die Standardbreite liegt bei 52?53?mm, XXL-Kondome haben häufig nur eine nominale Breite von 55?57?mm während im Fachhandel auch Kondome mit einer nominalen Breite zwischen 49 und 69?mm erhältlich sind.
  • Des Weiteren sind auch Wechselwirkungen zwischen Spermiziden und Antimykotika während der Behandlung von Pilzinfektionen bekannt, welche den zusätzlichen Schutz der Spermizidschicht beeinträchtigen können.
  • Kondome, die mit dem Spermizid Nonoxynol-9 beschichtet sind, können die Empfänglichkeit für HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten erhöhen. In diesem Zusammenhang spricht sich die US-amerikanische FDA für einen Warnhinweis auf Kondomverpackungen aus.
  • Entgegen anderslautenden Pressemeldungen

Haltung der römisch-katholischen Kirche

Im Gegensatz zur Haltung der meisten protestantischen Kirchen, wie beispielsweise der in der EKD zusammengeschlossenen, ist nach der offiziellen Position der römisch-katholischen Kirche (Humanae Vitae) der Gebrauch von Verhütungsmitteln in der Ehe abzulehnen, da er wegen der künstlichen Verhinderung der Kindszeugung nicht der Würde des Menschen entspreche.

{{Zitat

 |Text=Ebenso ist jede Handlung verwerflich, die entweder in Voraussicht oder während des Vollzugs des ehelichen Aktes oder im Anschluß an ihn beim Ablauf seiner natürlichen Auswirkungen darauf abstellt, die Fortpflanzung zu verhindern, sei es als Ziel, sei es als Mittel zum Ziel
 |Quelle=[[Humanae Vitae]]}}

Als Möglichkeit verantworteter Elternschaft wird einzig die sogenannte natürliche Familienplanung, z.?B. nach Knaus-Ogino oder die Symptothermale Methode akzeptiert. Unter Papst Benedikt?XVI. sprach sich Kardinal Barragán für eine Ausnahme der grundsätzlichen Ablehnung aus, falls in einer Ehe ein Ehepartner HIV-infiziert sei. Papst Johannes Paul?II. vertrat auch für solche Fälle als einzig moralisch vertretbare Möglichkeit die Enthaltsamkeit.

Im November 2010 vertrat Benedikt?XVI. in einem von der Kirchenzeitung ''L?Osservatore Romano'' vorab zitierten informellen Interview aus dem Buch ''Licht der Welt'' selbst die Position, dass der Einsatz von Kondomen für begründete Einzelfälle zu erwägen sei und nannte als Beispiel den Fall männlicher Prostituierter.

Die römisch-katholische Kirche hat mit Bezug auf die Versagerquote des Kondoms auch darauf hingewiesen, dass das Kondom keinen hundertprozentigen Schutz gegen HIV bieten kann. Auf einer Flugreise nach Kamerun im März 2009 behauptete Papst Benedikt?XVI., dass es keine Antwort zur Bekämpfung von AIDS sei, wenn man einfach nur Kondome verteile, sondern dies die Situation in Afrika verschlimmere. zurück. Die beiden SPD-Bundesministerinnen (2009) Ulla Schmidt und Heidemarie Wieczorek-Zeul betonten, Kondome würden eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung der Immunschwächekrankheit AIDS spielen. Allein in Afrika südlich der Sahara seien etwa 22 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert.<ref name="faz-928052" />

Scherzkondome

Nicht der Verhütung dienen Scherzkondome. Diese dienen eher einem unterhaltsamen Vorspiel. Scherzkondome lassen sich, ebenso wie herkömmliche Kondome, über das männliche Geschlechtsteil abrollen, jedoch befindet sich an deren oberen Ende eine Scherzfigur. Im Wiener ''Condomi-Museum'' ist eine Anzahl von Scherzkondomen ausgestellt.

Sonstiges

  • Im volkstümlichen Sprachgebrauch existieren für Kondome zahlreiche Synonyme, unter anderem ?Pariser?, ?Verhüterli?, ?Lümmeltüte?, ?Präser(l)?, ?Gummi?, ?Nahkampfsocke?, ?Fromms? oder ?Frommser? (jeweils nach dem Hersteller Fromms), ?Londoner? (es gibt einen Hersteller ''London''), ''Blausiegel'' (eine ehemals in Österreichs Automaten verbreitete Marke), ?Überzieher?, ?Tüte?, ?Rammelbeutel?.
  • In der DDR waren Kondome im Allgemeinen unter der Bezeichnung ?Mondos? oder umgangssprachlich als ?Gummi-Fuffzcher? (nach dem Preis von fünfzig Pfennig) erhältlich. Berühmt war hierfür der diskrete Versand von H. Kästners Familienunternehmen aus Dresden, der bis zu zwei Millionen Kondome pro Jahr versandte. Der Bau der ersten Kondomfabrik wurde von Karl-Heinz Mehlan initiiert, der auch die Antibabypille in der DDR einführte.
  • Seit 1. Juli 2017 gilt in Deutschland bei Prostitution eine Kondompflicht (§ 32 Absatz 1 Prostituiertenschutzgesetz). Vorher bestand sie nur in Bayern (seit dem 16. Mai 2001; § 6 Verordnung zur Verhütung übertragbarer Krankheiten)
  • In der französischen Stadt Condom (deren Name eigentlich nichts mit dem Verhütungsmittel zu tun hat) gibt es ein Verhütungsmuseum. Dies ist wohl Touristen geschuldet, die sich immer wieder über den Namen der Stadt lustig machten.
  • Das Wort ?Kondom? war gemeinsam mit AIDS das Wort des Jahres im Jahre 1987.
  • Superfeucht, ursprünglich eine werbende Qualitätsbezeichnung für mit Gleitmittel ausgestattete Kondome wurde eine Rockband in Linz (1981) und ein Eiskletter-Wasserfall in Malta (Kärnten) genannt.
  • Kondome sind auch Thema im Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch (MUVS) in Wien.

Literatur

  • Marianne Ursula Bauer: ''Die Frommser-Saga: alles über Kondome von A bis Z''. Neuer Sachsenverlag, Leipzig 1991, ISBN 3-910164-28-5.
  • Hannes Bertschi: ''Die Kondom Story.'' vgs, Köln 1994, ISBN 3-8025-1286-3.
  • Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung: ''Kondome. Gütesicherung RAL-RG 203''. Beuth, Berlin 1996.
  • Helen Epstein: ''The Invisible Cure. Africa, the West, and the Fight against AIDS.'' Farrar Straus & Giroux, New York, NY 2007, ISBN 978-0-374-28152-6.
  • Caspar Frei: ''Viva Kondom, alles über Kondome, woher sie kommen, wozu man sie braucht, wem sie nützen.'' Olms, Zürich 1993, ISBN 3-283-00263-0.
  • Ian Harvey: ''Kondome quer durchs Curriculum''. Verlag an der Ruhr, Mülheim an der Ruhr 1995, ISBN 3-86072-191-7.
  • Karl Hoche: ''Ihr Kinderlein kommet nicht! Geschichte der Empfängnisverhütung.'' Ullstein, Frankfurt am Main/Berlin/Wien 1983, ISBN 3-548-20327-2.
  • Mavis Jukes: ''Küsse, Kerls, Kondome. Was Mädchen wissen wollen.'' Droemer Knaur, München 1998, ISBN 3-426-82129-X.
  • Claudia Klier: ''Kondome, na sicher! Eine Broschüre über Empfängnisverhütung und Schutz vor Ansteckung''. Maudrich, Wien/München 1990, ISBN 3-85175-531-6.
  • Wolfgang König: ''Das Kondom. Zur Geschichte der Sexualität vom Kaiserreich bis in die Gegenwart'' (= ''Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte.'' Band 237). Steiner, Stuttgart 2016, ISBN 3-515-11334-7.
  • Jeanette Parisot: ''Dein Kondom ? das unbekannte Wesen. Ein Pariser-Buch.'' BuntBuch, Hamburg 1985, ISBN 3-88653-080-9.

Weblinks

Einzelnachweise

<references responsive />