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Startseite > Kondom

Ein '''Kondom''' (auch '''Präservativ''', von ?vorbeugen?, ?verhüten?) ist eine dünne Hülle, zumeist aus vulkanisiertem Kautschuk, die zur Empf�ngnisverh�tung und zum Schutz gegen sexuell �bertragbare Erkrankungen (wie HIV) über den erigierten Penis des Mannes gestreift wird. Für Kondome, die von der Frau angewendet werden, siehe Femidom.

Kondome gehören zu den effektivsten und am meisten verwendeten Verhütungsmittel und werden immer öfter verwendet. Weltweit wurden 2011 etwa 5 Milliarden Kondome verkauft.

Begriff

Über die Namensherkunft gibt es viele Theorien, von denen keine als gesichert gilt. Die verbreitetste ist, dass Kondome ihren Namen von einem ?Dr. Condom? erhalten haben, der #11/2019, Hamburg 2019, S. 16?23, </ref>

Im volkstümlichen Sprachgebrauch existieren für Kondome zahlreiche Synonyme, unter anderem ?Pariser?, ?Verhüterli?, ?Lümmeltüte?, ?Präser(l)?, ?Gummi?, ?Nahkampfsocke?, ?Fromms? oder ?Frommser? (jeweils nach dem Hersteller Fromms), ?Londoner? (es gibt einen Hersteller ''London''), ''Blausiegel'' (eine ehemals in Österreichs Automaten verbreitete Marke), ?Überzieher?, ?Tüte?, ?Rammelbeutel?.

Das Wort ?Kondom? war gemeinsam mit AIDS das Wort des Jahres im Jahre 1987.

Geschichte

Die ersten wirkungsvollen Kondome wurden aus Schafsdärmen oder anderen tierischen Membranen hergestellt. Solche sind auch heutzutage noch erhältlich. Sie gelten bei manchen Nutzern als sinnlicher und fühlen sich anders an. Sie gelten jedoch als nicht so wirkungsvoll wie künstlich hergestellte Kondome bei der Verhütung von Schwangerschaften sowie sexuell �bertragbarer Krankheiten (beispielsweise HIV, Hepatitis�B). Bereits Casanova benutzte solche Kondome, die im 18. Jahrhundert ''English Overcoats'' genannt wurden, um sich vor der gefürchteten Syphilis zu schützen.

1839 machte / Michael Sontheimer: ''Fromms. wie der jüdische Kondomfabrikant Julius F. unter die deutschen Räuber fiel'', Frankfurt am Main 2007.</ref>

Ende des 19. Jahrhunderts verkaufte Maison A. Claverie, Paris, aufgerollte Kondome mit Reservoir unter dem Artikelnamen ?Le Parisien? (Der Pariser). Sie waren aus dehnbarem Gummi und konnten unter Umständen mehrmals verwendet werden. Eine Weiterentwicklung hatte am unteren Rand des Reservoirs einen angeklebten Stachelring aus Gummi und hieß ?Le Parisien Dentelé? (Der Gezahnte Pariser).

Um 1900 wurde in Basel ?''Préservatifs-Fischblasen'' mit Seidenband? der Marke ''Neverrip'' als angenehmer und sicherer als Gummiblasen angeboten.

1912 entwickelte der Gummifabrikant Julius Fromm eine Methode, nahtlose Kondome herzustellen, indem ein Glaskolben in eine Gummilösung eingetaucht wurde. Ab 1930 wurde Latex als Material benutzt. Durch diese Entwicklung wurde die maschinelle Massenproduktion möglich. Der Verkauf von Kondomen war bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts aber vielerorts verboten, beziehungsweise nur zum medizinischen Gebrauch erlaubt. In Irland galt eine solche Regelung noch bis Anfang der 1990er Jahre.

Im Ersten Weltkrieg gehörten Kondome zur Standardausrüstung der Soldaten. Die deutsche, französische und britische Armee verteilten Kondome unter den Soldaten, die US-Armee jedoch nicht, so dass US-Soldaten häufiger unter Geschlechtskrankheiten litten als Angehörige anderer Armeen.

Die frühen Latex-Kondome waren alle prinzipiell recht ähnlich. Der wesentliche Unterschied war bei einigen Kondomen das Fehlen des heute üblichen Reservoirs zur Aufnahme der Samenflüssigkeit (Ejakulat). Eine frühe Entwicklung ? die ''short cap'' ?, die nur über die Eichel des Penis gestreift wurde, scheiterte bei der Reduzierung von Schwangerschaften und Krankheiten. In den nachfolgenden Jahrzehnten entwickelten Hersteller Kondome in vielen Variationen, die sich in Materialien, Größen (Länge und Breite), Stärken, Farben, Formen und Struktur unterscheiden.

In der DDR waren Kondome im Allgemeinen unter der Bezeichnung ?Mondos? oder umgangssprachlich als ?Gummi-Fuffzcher? (nach dem Preis von fünfzig Pfennig) erhältlich. Berühmt war hierfür der diskrete Versand von H. Kästners Familienunternehmen aus Dresden, der bis zu zwei Millionen Kondome pro Jahr versandte. Der Bau der ersten Kondomfabrik wurde von Karl-Heinz Mehlan initiiert, der auch die Antibabypille in der DDR einführte.

Der Globale Fonds zur Bek�mpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria finanzierte allein für das Jahr 2014 die Verteilung von 5,1 Milliarden Kondomen weltweit.

Seit 1. Juli 2017 gilt in Deutschland bei Prostitution eine Kondompflicht (§ 32 Absatz 1 Prostituiertenschutzgesetz). Vorher bestand sie nur in Bayern (seit dem 16. Mai 2001; § 6 Verordnung zur Verhütung übertragbarer Krankheiten)

Materialien

Kondome werden vorwiegend aus Naturkautschuk-Latex, aber auch aus Polyurethan (PUR) oder Polyisopren (PI) gefertigt. Zudem gibt es Kondome aus spezialbehandeltem Naturdarm (?Naturalamb?). Polyisopren ist im Gegensatz zu PU dehnbarer als Latex (größeres Berstvolumen, allerdings kleinerer Berstdruck).

Die Produktion von Kondomen aus Naturkautschuklatex erfolgt meist in sieben Schritten:

  1. Eintauchen des Formkörpers in flüssiges Naturkautschuklatex
  2. Austauchen der Form und Trocknen (Vulkanisieren) des anhaftenden Gummifilms
  3. Abziehen des getrockneten und verfestigten Gummifilms von dem Formkörper
  4. Spülen des Gummifilms und Puderbeschichtung
  5. Trocknen des gewaschenen und puderbeschichteten Gummifilms
  6. elektronische Einzelprüfung auf Dichtheit
  7. Aufrollen des Kondoms
  8. Verpackung nach Abschluss der Produktion des Produktes

Latex-Kondome werden durch fetthaltige Substanzen, wie z. B. Massage�l oder Vaseline, porös und verlieren ihre Schutzwirkung. Gleitmittel auf Wasserbasis und Silikon�l sind latexverträglich. Kondome aus Polyethylen oder Polyurethan sind zusammen mit fett- beziehungsweise ölhaltigen Gleitmitteln einsetzbar. Für Latexallergiker sind Kondome aus Polyethylen, Polyurethan oder Polyisopren eine mögliche Alternative.

Ausführungen

Mit Spermizid behandelte Kondome bieten eine zusätzliche Sicherheit und sind ebenso wie Behandlung mit einem einfachen Gleitmittel heutzutage allgemein üblich. Kondome sind individuellen Bedürfnissen entsprechend oft in verschiedenen Größen, Stärken und Farben in entsprechenden Fachgeschäften erhältlich. Es gibt sie auch in verschiedenen Geschmackssorten, wodurch der manchmal unangenehme Geruch und ? insbesondere beim Oralverkehr ? Geschmack überdeckt wird. Außerdem werden besondere Oberflächenstrukturen zur Stimulation und Steigerung der Lust angeboten. Für Analverkehr gibt es extra starke Kondome mit erhöhter Wanddicke (0,1 mm), die den Belastungen dieser Sexualpraktik besser standhalten sollen. Kondome mit Benzocain, einem Lokalanästhetikum, versprechen ausdauernden Sex. Mit dem Film ''Skin Deep'' wurden Kondome populär, die im Dunkeln leuchten. Für z. B. Veganer sind tierversuchsfrei entwickelte Kondome erhältlich. Die größte Vielfalt wird in den Standardgrößen (siehe nächster Abschnitt) angeboten, bei kleineren oder größeren ist die Auswahl zumindest begrenzt.

Größen

Die Kondome sollen für maximalen Komfort und maximale Sicherheit passend zur Penisgröße (Umfang) gewählt werden. Richtige Anwendung und gute Qualität sind daher entscheidend für eine hohe Zuverlässigkeit bei der Verwendung von Kondomen.

  • Kondome sind günstig (beim Kauf eines 100-Packs ab 20 Cent pro Stück bis ca. 1,50 ? am Automaten) und in den meisten Ländern leicht erhältlich.
  • Für manche Frauen geht die Verwendung hormoneller Verhütungsmittel mit gesundheitlichen Risiken einher, z. B. erhöhtem Thromboserisiko bei starken Raucherinnen, stark übergewichtigen Frauen und Frauen mit Bluthochdruck. In diesem Fall sind Kondome eine empfehlenswerte Alternative.
  • Viele Männer geben an, mit einem Kondom die Erektion länger aufrechterhalten zu können.
  • Nachteile

    • Kondome können als unangenehm empfunden werden, da sie den Hautkontakt verhindern. In sexualwissenschaftlichen Studien geben viele Männer an, Kondome würden die Empfindungen verringern. Auch das Überziehen wird oft als Unterbrechung und Störfaktor im , Köln 1996.</ref>
    • Vereinzelt treten auch Fälle von Latex-Allergien auf. Die meisten Menschen reagieren jedoch nur sensibel auf die Inhaltsstoffe der einen oder anderen Gleitbeschichtung, dabei können zwischen verschiedenen Marken große Unterschiede bestehen. Zusätzlich bieten manche Hersteller komplett unbeschichtete bzw. trockene Präservative für diesen Fall an. Einige Probleme lassen sich auch auf die spermizide Beschichtung zurückführen. 90 % aller allergischen Reaktionen im Genitalbereich werden durch den Wirkstoff Nonoxynol-9 ausgelöst. Gelegentlich lassen sich Probleme auch durch das Silikon begründen, welches in vielen Gleitmitteln enthalten ist. Für Latex-Allergiker gibt es auch latexfreie Kondome aus Polyurethan. Diese sind dünner, besonders gefühlsecht und geruchlos, allerdings auch deutlich teurer als Latex-Kondome.
    • Der starke Latex-Geruch wird von vielen Menschen als unangenehm empfunden. Allerdings gibt es mittlerweile eine große Auswahl an Kondomen mit künstlichem Geruch (diverse Früchte, Erdbeere, Pfefferminz etc.) bzw. Geschmack (für den Oralverkehr) sowie geruchsneutrale Varianten. In diesem Bereich gibt es auch ungewöhnliche Aromen wie Stinkfrucht, die sich z. B. in Indonesien großer Beliebtheit erfreuen.

    Risiken

    Das Kondom hat bei perfekter Anwendung einen Pearl-Index von 2, bei fehlerhafte Handhabung klettert er auf 12 und kann so zu ungewollten Schwangerschaften und der Übertragung von Krankheiten führen.

    Entgegen anderslautenden Pressemeldungen

    • Bevor das Kondom übergestreift wird, kann es mit dem Pr�ejakulat bereits zu unbemerktem Austritt von Spermien kommen, was auch hier zu dem Risiko führt, wenn Körperteile die Vulva berühren, die mit dem Penis in Berührung kommen, bevor das Kondom übergestreift worden ist. Das Gleiche gilt für das Abstreifen des Kondoms. Wird im Laufe des Vorspiels, das meist aus Spielarten des Pettings besteht, vor der Benutzung des Kondoms der Penis im Bereich der Eichel berührt, so besteht die Gefahr, dass einzelne Spermien den Weg in die Vagina finden. Das dadurch entstehende Risiko wird durch mit Spermizid beschichtete Kondome gesenkt.
    • Unvollständiges Abrollen oder ein Abrollen, das ungleichmäßig erfolgt und das Kondom nicht nahe genug an die Peniswurzel bringt, kann zu einem Ablösen des Kondoms vom Penis während des Geschlechtsaktes führen.
    • Lange Fingernägel können das Kondom beim Abrollen oder beim Aufreißen der Packung beschädigen. Diese Gefahr besteht auch, wenn während des Sex die äußeren Geschlechtsteile der Frau zusätzlich mit den Fingern stimuliert werden.
    • Beim Einsatz ölhaltiger Gleitmittel wie Bodylotion, Massage�l, Baby�l, Vaseline, Backfett (wie z. B. das früher unter Homosexuellen verbreitete Crisco) oder bestimmter Spermizide wie Scheiden-Z�pfchen (Suppositorien) und einiger hom�opathischer Behandlungen kann die Latexstruktur Schaden nehmen, wenn diese Mittel nicht für den Einsatz mit Kondomen freigeben sind. Angaben dazu befinden sich meist auf der Verpackung oder dem Beipackzettel. Das Kondom verliert unter solchen Umständen innerhalb von weniger als fünf Minuten seine Dehnbarkeit und kann reißen. Auch wenn das Kondom manchmal nicht reißt und keine sichtbaren Beschädigungen aufweist, wird es doch durchlässig, beispielsweise für Viren. Wasserhaltige und silikonhaltige Gleitmittel oder Gleitmittel auf Dimeticone-Basis haben solche Risiken nicht.
    • Vor Einsatz rezeptfreier oder rezeptpflichtiger Arzneimittel an Penis oder Vagina sollte ein Arzt oder Apotheker um Rat gebeten werden, da diese Arzneimittel die Sicherheit von Kondomen beeinflussen können.
    • Falsch aufbewahrte oder nach Verstreichen des Verfalldatums verwendete Kondome, die ? auch unsichtbare ? Beschädigungen (z. B. Hitzeschäden) aufweisen, können Viren und Spermien durchlassen. Schädliche Einflüsse sind vor allem Sonneneinstrahlung, Hitze, Kälte sowie mechanische Beanspruchung, die vor allem bei längerer Aufbewahrung im Auto, Geldbeutel oder in der Hosentasche auftreten.
    • Die Verwendung eines (im Verhältnis zur Penisgröße) zu kleinen Kondoms kann Schmerzen oder Durchblutungsprobleme verursachen. Maßgeblich für die richtige Kondomgröße ist nicht dessen Länge, sondern ein zum Penisumfang passender Durchmesser. Die Standardbreite liegt bei 52?53 mm, XXL-Kondome haben häufig nur eine nominale Breite von 55?57 mm während im Fachhandel auch Kondome mit einer nominalen Breite zwischen 47 und 69 mm erhältlich sind.
    • Des Weiteren sind auch Wechselwirkungen zwischen Spermiziden und Antimykotika während der Behandlung von Pilzinfektionen bekannt, welche den zusätzlichen Schutz der Spermizidschicht beeinträchtigen können.
    • Kondome, die mit dem Spermizid Nonoxynol-9 beschichtet sind, können die Empfänglichkeit für HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten erhöhen. In diesem Zusammenhang spricht sich die US-amerikanische FDA für einen Warnhinweis auf Kondomverpackungen aus.

    Alternativen und Anwendungsvarianten

    Eine verhütende und zugleich vor Krankheitsübertragungen schützende Alternative zum Kondom ist seit neuerer Zeit das oft als ?Kondom für die Frau? bezeichnete sogenannte Femidom.

    Die S�dafrikanerin Sonette Ehlers stellte mit Rape-aXe 2005 eine Sonderform des Femidoms vor, die der Verhütung von Vergewaltigungen dienen soll.

    Im Rahmen einer vaginalen Sonografie streift der Frauenarzt ein Kondom über die Ultraschallsonde, um den Schutz vor Infektionen während der Untersuchung sicherzustellen.

    Das Kondomurinal ist ein Hilfsmittel in der Pflege von an Harninkontinenz leidenden Männern, es besitzt die Form eines Kondoms mit Anschlussmöglichkeit eines Schlauches zur Harnableitung.

    Simple Kondome werden von männlichen Segelfliegern als Notlösung, um Urin aufzufangen, mitgeführt. Trotz Pinkelroutine vor dem Start kann es durch die Kälte in der Höhe und überraschend lange Flugdauer zu Harndrang kommen.

    Weltweite Verwendung von Kondomen

    Global betrachtet unterscheidet sich der Anteil der Nutzer von Kondomen aus unterschiedlichen Gründen stark von Region zu Region. Neben der kulturellen Akzeptanz sind der geschätzt. Dabei oder zu Hause Kondome haben 65?76 % der Männer und 49?63 % der Frauen (16?45, allein lebend, Befragung 1994?2007) Beim ersten Geschlechtsverkehr haben 55?75 % mit Kondom verhütet (14?18 Jahre, Befragung 1994?2014).

    Noch nie Kondome verwendet haben mindestens 7 % der Männer und 12 % der Frauen von 16?65 in allen Befragungen (1984?2007).

    Weitere europäische Länder

    • Innerhalb Europas wurden Kondome am häufigsten in Finnland verwendet, wo 31 % der Frauen zwischen 15 und 49 Jahren angaben damit zu verhüten.
    • In Gro�britannien lag die Rate der Anwendung (2018) bei 27 Prozent

    USA

    Die Verwendung von Kondomen lag 2019 bei sexuell aktiven jungen Erwachsenen liegt in den Vereinigten Staaten, nach Angaben des ''Youth Risk Behavior Surveys'', bei 89,7 Prozent. Mit 43,9 Prozent liegt ihr Anwendungsanteil deutlich über dem der Antibabypille (23,3 Prozent).

    Indien

    In Indien kommen Kondome, obwohl die Anzahl der Anwender sich verdoppelt hat, noch immer selten zum Einsatz. Nach Angaben des ''National Family Health Survey'' nimmt zwar die Akzeptanz deutlich zu, mit 18,1 Prozent ist die Anzahl der Verwender jedoch sehr gering. Häufigste Verhütungsmethode ist mit 47 Prozent die Sterilisation der Frau, nur 1,9 Prozent der befragten Inder verhüten mit der Antibabypille.

    China

    Der Anteil der sexuell aktiven jungen Chinesen nimmt zu, wobei 95 Prozent angegeben haben, Kondome zu verwenden. Allerdings ist auch der Anteil von Menschen, die Notfallverhütung (wie z. B. die Pille danach) anwenden mit 71 Prozent sehr hoch.

    Japan

    In Japan werden Kondome von rund 80 Prozent der verheirateten Paare zur Verhütung eingesetzt.

    Vietnam

    In Vietnam liegen die Nutzungszahlen für das Kondom nur bei 20,6 Prozent und die Pille wird ähnlich selten verwendet, während das Intrauterinpessar mit 49,2 Prozent die beliebteste Verhütungsart ist. Staatliche Kampagnen sollen die Verbreitung von Kondomen durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit erhöhen.

    Afrika

    Die Verwendung von Kondomen in Subsahara-Afrika liegt bei Inanspruchnahme von Prostitution bei 84 Prozent, wobei sie in Burkina Faso mit 98 Prozent am häufigsten verwendet wurden, während sie Benin von nur 49 Prozent der befragten Männer verwendet wurden. Je höher der Bildungsgrad der Anwender ist, desto wahrscheinlicher ist die Verwendung eines Kondoms während des Besuches bei einer Prostituierten. Außerdem ist der Anteil der Anwender bei Christen höher als bei Muslimen.

    Für das Jahr 2015 wurden in afrikanischen Ländern folgende Zahlen für den Verbreitungsgrad von Kondomen ermittelt;
    • Sambia: Während 68 der Männer, die in Städten lebten, bei Gelegenheitssex Kondome nutzten, waren es in ländlichen Regionen nur 15 Prozent.
    • Namibia: 57 Prozent der Männer und 41 Prozent der Frauen.
    • Tansania: 20 Prozent der Männer und 21 Prozent der Frauen.
    • Uganda: Unverheiratete Frauen nutzen Kondome 11 mal öfter als verheiratete Frauen.

    Diskussion mit der römisch-katholischen Kirche

    Im Gegensatz zur Haltung der meisten protestantischen Kirchen, wie beispielsweise der in der EKD zusammengeschlossenen, ist nach der bisherigen Position der r�misch-katholischen Kirche der Gebrauch von Verhütungsmitteln in der Ehe grundsätzlich abzulehnen. Die Begründung dafür stammt aus dem Jahr 1968:

    {{Zitat

     |Text=Ebenso ist jede Handlung verwerflich, die entweder in Voraussicht oder w�hrend des Vollzugs des ehelichen Aktes oder im Anschlu� an ihn beim Ablauf seiner nat�rlichen Auswirkungen darauf abstellt, die Fortpflanzung zu verhindern, sei es als Ziel, sei es als Mittel zum Ziel.
     |Quelle=[[Humanae vitae]]}}
    

    Als Möglichkeit verantworteter Elternschaft wird einzig die sogenannte nat�rliche Familienplanung, z. B. nach Knaus-Ogino oder die Symptothermale Methode akzeptiert. Unter Papst Benedikt�XVI. sprach sich Kardinal Barrag�n für eine Ausnahme der grundsätzlichen Ablehnung aus, falls in einer Ehe ein Ehepartner HIV-infiziert sei. Papst Johannes Paul�II. vertrat auch für solche Fälle als einzig moralisch vertretbare Möglichkeit die Enthaltsamkeit.

    Im November 2010 vertrat Benedikt XVI. in einem von der Kirchenzeitung ''L?Osservatore Romano'' vorab zitierten informellen Interview aus dem Buch ''Licht der Welt'' selbst die Position, dass der Einsatz von Kondomen für begründete Einzelfälle zu erwägen sei und nannte als Beispiel den Fall männlicher Prostituierter.

    Auf einer Flugreise nach Kamerun im M�rz 2009 behauptete Papst Benedikt XVI., dass es keine Antwort zur Bekämpfung von AIDS sei, wenn man einfach nur Kondome verteile, sondern dies die Situation in Afrika verschlimmere. zurück. Die beiden SPD-Bundesministerinnen (2009) Ulla Schmidt und Heidemarie Wieczorek-Zeul betonten, Kondome würden eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung der Immunschwächekrankheit AIDS spielen. Allein in Afrika südlich der Sahara seien etwa 22 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert.

    Sonstiges

    • Nicht der Verhütung dienen Scherzkondome. Diese dienen eher einem unterhaltsamen Vorspiel. Scherzkondome lassen sich, ebenso wie herkömmliche Kondome, über das männliche Geschlechtsteil abrollen, jedoch befindet sich an deren oberen Ende eine Scherzfigur. Im Wiener ''Condomi-Museum'' ist eine Anzahl von Scherzkondomen ausgestellt.
    • In der französischen Stadt Condom (deren Name eigentlich nichts mit dem Verhütungsmittel zu tun hat) gibt es ein Verhütungsmuseum. Dies ist wohl Touristen geschuldet, die sich immer wieder über den Namen der Stadt lustig machten. Kondome sind auch Thema im Museum f�r Verh�tung und Schwangerschaftsabbruch (MUVS) in Wien.
    • Superfeucht, ursprünglich eine werbende Qualitätsbezeichnung für mit Gleitmittel ausgestattete Kondome, wurde eine Rockband in Linz (1981) und ein Eiskletter-Wasserfall in Malta (K�rnten) genannt.

    Literatur

    • Marianne Ursula Bauer: ''Die Frommser-Saga: alles über Kondome von A bis Z''. Neuer Sachsenverlag, Leipzig 1991, ISBN 3-910164-28-5.
    • Hannes Bertschi: ''Die Kondom Story.'' vgs, Köln 1994, ISBN 3-8025-1286-3.
    • Deutsches Institut f�r G�tesicherung und Kennzeichnung: ''Kondome. Gütesicherung RAL-RG 203''. Beuth, Berlin 1996.
    • Helen Epstein: ''The Invisible Cure. Africa, the West, and the Fight against AIDS.'' Farrar Straus & Giroux, New York, NY 2007, ISBN 978-0-374-28152-6.
    • Caspar Frei: ''Viva Kondom, alles über Kondome, woher sie kommen, wozu man sie braucht, wem sie nützen.'' Olms, Zürich 1993, ISBN 3-283-00263-0.
    • Ian Harvey: ''Kondome quer durchs Curriculum''. Verlag an der Ruhr, Mülheim an der Ruhr 1995, ISBN 3-86072-191-7.
    • Karl Hoche: ''Ihr Kinderlein kommet nicht! Geschichte der Empfängnisverhütung.'' Ullstein, Frankfurt am Main/Berlin/Wien 1983, ISBN 3-548-20327-2.
    • Mavis Jukes: ''Küsse, Kerls, Kondome. Was Mädchen wissen wollen.'' Droemer Knaur, München 1998, ISBN 3-426-82129-X.
    • Claudia Klier: ''Kondome, na sicher! Eine Broschüre über Empfängnisverhütung und Schutz vor Ansteckung''. Maudrich, Wien/München 1990, ISBN 3-85175-531-6.
    • Wolfgang K�nig: ''Das Kondom. Zur Geschichte der Sexualität vom Kaiserreich bis in die Gegenwart'' (= ''Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte.'' Band 237). Steiner, Stuttgart 2016, ISBN 3-515-11334-7.
    • Jeanette Parisot: ''Dein Kondom ? das unbekannte Wesen. Ein Pariser-Buch.'' BuntBuch, Hamburg 1985, ISBN 3-88653-080-9.

    Weblinks

    • Wissenswertes �ber Kondome
    • Informationen zum Kondom bei pro familia

    Einzelnachweise